Arborn ein Ortsteil der Großgemeinde Greifenstein liegt am Südhang des Westerwaldes. Unter seiner heutigen Bezeichnung tritt der Ort zum ersten Male 1391 in das Licht der Geschichte. Am 17. Juni des genannten Jahres belehnte Bischof Eckard von Worms den Ritter Conrad von Essershausen mit der Burg Essershausen, sowie Zehnt- und anderen Grundrechten Weilmünster, Mengerskirchen und Alborn. Damit lernen wir die Grundherren kennen, unter denen Arborn zwar nicht gegründet, wohl aber umbenannt wurde. Es sind die Bischöfe von Worms. Die Nassauer Grafen erwarben den Wormser Besitz in der Calenberger Zente, zu der auch Arborn gehörte und waren infolgedessen Rechtsnachfolger der Bischöfe geworden. Außerdem weiß man aus Verkäufen und Verpfändungen, dass die Beilsteiner Grafen nahezu die ganze Arborner Dorfmark als Eigentum in Anspruch nahmen.

Das Dörfchen mit seinen ca. 600 Einwohnern besteht überwiegend aus einer Arbeiterwohnsiedlung, als Pendler müssen die Berufstätigen z.T. bis nach Frankfurt zu ihrer Arbeitsstelle fahren, auch die schulpflichtigen Kinder haben Schulwege von 6 km (Grundschule) bis zu 30 km (Berufsbildende Schulen) zurückzulegen.
Die Wohnqualität hat sich jedoch in den letzten Jahren beträchtlich erhöht. Seit den 50er Jahren trägt eine Umgehungsstraße erheblich zur Verkehrsberuhigung bei und so hat der Mittelpunkt des Dorfes mit seinen idyllischen Fachwerkhäusern, u.a. der "Alten Schule", einer Kapellenschule aus dem Jahr 1717, seinen dörflichen Charakter erhalten, obwohl kaum noch landwirtschaftliche Betriebe vorhanden sind. Viele der früheren Bauernhäuser sind durch Umbau der Wirtschaftsgebäude vergrößert worden und eine Vielzahl neuer Häuser sind hinzugekommen. In den Jahren 1976 - 1980 ist am Ortsrand eine Ferienhaussiedlung entstanden, an deren Fuß befindet sich das Freibad des Dorfes. Dabei ist Arborn ein typisches Haufendorf mit geschlossener Siedlungslage geblieben.
Das Dorf war lange Jahre staatlich anerkannter Erholungsort, da jedoch die erforderliche Fremdenbetten nicht mehr zur Verfügung standen, wurde das Prädikat aberkannt. Auch die Dorfverschönerung hatte ihren festen Platz in der Bevölkerung und viele Preise konnten in Empfang genommen werden. Dass sich die Bemühungen um die Verbesserung des Ortsbildes gelohnt haben ist noch heute überall festzustellen.
Arborn verfügt über ein reges Vereinsleben und der örtliche Vereinsring trägt dazu bei, dass gemeinschaftlich versucht wird in einem kleinen Dorf heimatliche Bräuche aufrecht zu erhalten. Der traditionelle Pfingstbaum muß dabei besonders erwähnt werden, da es ihn in keiner der umliegenden Gemeinden gibt. Es ist nicht nachzuweisen, wann und warum der erste Pfingstbaum aufgestellt wurde. Aus mündlicher Überlieferung weiß man jedoch ,dass diese mit Papierblumen, von den Konfirmanden, geschmückte Tanne ein Siegeszeichen des Sommers über den Winter darstellen sollte. Die Arborner Kirmes findet am ersten Sonntag im Juli statt, ein Waldfest an Fronleichnam, das Backesfest im September, dann werden die beiden großen Dorfbacköfen angeheizt und Brot und Kuchen gebacken und nicht zu vergessen der vor über 30 Jahren eingeführte "Grenzgang" am dritten Sonntag im Oktober.
So hat Arborn immer etwas zu bieten, sei es die herrliche landschaftliche Lage mit Wanderwegen, z.B. auf das "Hahrehausen", einem Landschaftsschutzgebiet mit Wacholderbüschen, Flugtannen und dem Denkmal des Schöpfers des Westerwaldgrußes "Hui! Wäller?" "Allemol!", dem Heimatdichter Adolf Weiß und zum "Dicke Baam", einer alten Linde nahe der Stätte der "Heiligkreuzkirche" aus dem 15. Jhd. Wintersportmöglichkeit gibt es auf gespurten Loipen die urigen, dörflichen Feste laden zum Mitfeiern ein.
Ingeburg Höbel