Odersberg ist einer der kleineren Ortsteile der Gemeinde Greifenstein mit ca. 330 Einwohnern.
Die Ersterwähnungsurkunde stammt aus dem Jahre 1324. Aus diesem Anlaß feierte man 1999 die 675 Jahrfeier. Der damalige Festausschuß hat zu diesem Jubiläum eine Chronik erstellt, in der man viele Informationen über die Geschichte des Ortes und seine aktuellen Bewohner nachlesen kann.
Odersberg ist der höchstgelegene Ort unter den Nachbargemeinden. Die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt in der Ortsmitte 475 Meter. Im Westen an der Gemarkungsgrenze erhebt sich der Nillkopf mit 538 m über NN. Von hier aus hat man bei schönem Wetter einen unvergleichlichen Blick bis weit in den Taunus; man kann den Feldberg (880 m) genauso sehen wie etwas weiter rechts davon die Burg Merenberg, gleichzeitig hat man einen schönen Ausblick in die Weite des Lahntals.
Der Ort wird durch den Leyenbach in zwei Teile geteilt. Dieser entspringt in Pfeiffersheck, stürzt in Richtung Nenderoth in die Tiefe, bildet bei entsprechender Witterung einen romantischen Wasserfall, fließt in den Kallenbach und mündet schließlich in der Lahn.
Odersberg liegt am Knotenpunkt. Straßen von Weilburg über Driedorf nach Siegen führend und von Herborn über Mengerskirchen nach Limburg tangieren ihn. Aus diesem Grunde findet man Odersberg auch in vielen Routenbeschreibungen für Motorradfahrer, die insbesondere die kurvenreichen Strecken in der näheren Umgebung schätzen .

Während sich früher die Bewohner von der Landwirtschaft ernährten, ist Odersberg heute ein Arbeiterdorf. Von den vielen nebenberuflichen Landwirten, die es noch vor einigen Jahren gab, ist heute nur noch ein kleiner Teil übriggeblieben. Zusammen mit den vielen Pferdeliebhabern im Ort sorgen diese dafür, daß alle landwirtschaftlichen Flächen genutzt und bearbeitet werden.
Das Wahrzeichen von Odersberg ist die "Alte Schule" ein Fachwerkhaus mit Glockenturm, das 1740 als Schulgebäude erbaut wurde. Seit 1969 ist das Gebäude im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Nenderoth, die dort regelmäßig Gottesdienste feiert. Die katholischen Christen, die nur einen relativ geringen Teil der Bevölkerung ausmachen, gehören zur Kirchengemeinde Driedorf.
Die 1927 erbaute " Neue Schule", in der die Kinder bis zum Jahre 1966 unterrichtet wurden, wurde im Jahre 1974 an Privat verkauft.
Weitere gemeindeeigene Gebäude sind das ca. 1900 erbaute Gemeindehaus mit Backhaus, das jedoch baufällig ist und ein Mehrfamilienhaus, welches 1949 zur Unterbringung der Vertriebenen erbaut wurde.
Das Dorfgemeinschafthaus mit Feuerwehrgerätehaus, welches die einzige öffentliche Begegnungsstätte im Ort ist, wurde im Jahre 1970 erbaut.
Dort spielt sich auch das Vereinsleben ab, da es keine vereinseigenen Gebäude gibt.
Zu den Vereinen in Odersberg gehören die Feuerwehr mit der Jugendfeuerwehr, die NABU mit Jugendgruppe, ein gemischter Chor, die Landfrauen, zwei Tanzgruppen für die Jugend , eine Senioren-Gymnastikgruppe und neuerdings auch eine Rot Kreuz Jugendgruppe.
Die Feuerwehr und die NABU richten jedes Jahr im Juni die Kirmes aus, wobei sich die beiden Vereine abwechseln.
Weiterhin wird der Ort ab dem Jahre 2002 über einen Kinderspielplatz verfügen.
Im Laufe der Jahre haben sich im Ort mehrere Handwerksbetriebe angesiedelt, die Einheimischen wie auch anderen einen Arbeitsplatz bieten. Der im Jahre 1961 erbaute Aussiedlerhof dient heute als Reiterhof.
Brigitte Schäfer